August-Mond

Der August beginnt und mit ihm eine ganz besondere Zeit. Was sind die Qualitäten des Augustes und was bringt er mit?

Was für ein Monat! Der August ist Sommer pur. Der Sommer ist angekommen und hat alles aufgewärmt. Pflanzen und Kräuter haben das Sonnenlicht aufgenommen und verwandeln es in Blüten und süße Früchte. Der Boden strahlt Wärme ab, die ersten Ernten sind schon eingefahren und jetzt tobt sich der Sommer noch einmal in seiner letzten Schönheit aus, bevor die Natur den Herbst einläutet. Es ist die Zeit der Fülle. Wie eine hochschwangere Frau ist nun Mutter Natur, alles ist prall und strotzt vor neuen Früchten, Kräutern und Beeren. Weidetiere haben sich nun ihren dicken Bauch angefuttert als Reserve für den Winter.

Was bringt uns der August 2021 aus spiritueller Sicht?

Wir warten. Noch immer. Auf den Sommer. Auf ein Ende der Pandemie. Darauf, dass wir unser altes Leben wieder zurück bekommen und uns frei bewegen können. Ohne Masken. Doch haben wir uns eigentlich einmal überlegt, dass die Zustände und Unwägbarkeiten in der äußeren Situation nur ein Spiegelbild sind für das, was sich in unserem Inneren abspielt? Oft habe ich über das Thema Masken nachgedacht und festgestellt: Es ist ein wirkliches Sinnbild. Wie oft setzen wir Masken auf vor anderen? Wir spielen unsere Rollen, wie Shakespeare in einem meiner Lieblingszitate von ihm schon sagte: „Die ganze Welt ist eine Bühne und Frauen und Männer bloße Spieler. Sein Leben lang spielt einer manche Rolle, durch sieben Akte hin.“ Wir setzen unsere Masken auf, verändern unsere Stimme, wenn wir mit Eltern reden, mit dem Chef, mit Kindern – überall spielen wir bloße Rollen, möglicherweise um gut dazustehen, wohl meistens aber, damit wir uns schützen, damit der andere nicht zu tief in uns eindringen kann. Kommt uns das irgendwie bekannt vor? Genau! Wie der Virus und die Masken.

Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, eben diese Masken abzulegen ebenso wie den Zwang, funktionieren zu müssen. Traurigkeit darf sein ebenso wie Versagen. Das ist zutiefst menschlich. Und meistens ist es das Versagen, das uns sympatisch werden lässt, weil es zeigt, wie verwundbar wir sind. Wenn nicht wir endlich anfangen, unsere Masken abzulegen, wer sonst sollte es tun? Wenn nicht wir anfangen, uns in unserer Unperfektheit zu zeigen und auch mal zuzugeben, dass es uns grade nicht gut geht, wie sonst können wir denn diesen ungesunden Zwang nach ständiger guter Laune und ewig jung gestählten Körpern durchbrechen? Das Leben ist nicht Instagram, auch wenn wir es gerne so hätten. Es ist die Zeit, uns zu bekennen – zu uns. Über uns hinauszuwachsen, eben so, wie es die kleinen Samenkörner uns zeigen, die wir im April ausgelegt haben und die jetzt zu riesigen Sonnenblumenschönheiten gewuchert sind.

Wir haben alles was wir brauchen – und immer auch ein bisschen mehr. Das ist das Geschenk unserer Breitengrade. Es wäre gut, das einmal zu sehen und demütig zu erkennen, wie beschenkt wir sind. Denn die Zeit des Dankes beginnt jetzt mit den ersten Ernten. Immerhin haben die meisten Menschen auf dieser Erde viel weniger. Übrigens auch viel weniger Freiheiten.

Das Ende des Egoismus

Es ist aber auch eine Zeit, um das Ende des Egoismus einzuläuten. In vielen spirituellen Ratgebern heißt es, man solle zuerst an sich denken. Selbstliebe wird gepredigt. Ja, sie ist wichtig. Doch dabei gibt es stets, sich seiner Rolle im Ganzen bewusst zu sein. Jeder ist Teil des Systems, ein winziges Rädchen, das eine große Rolle spielt. Peter Wohlleben mit seinem Büchern über das geheime Leben der Bäume hat es vorangetrieben, die Erkenntnis, dass alles miteinander verbunden ist. Und so kommt dem Gemeinsinn meiner Meinung nach eine viel größere Bedeutung nach als ihm derzeit eingeräumt wird. Wir werden immer mehr zu Ich-Menschen. Nicht nur in Instagram und Co, die unseren Narzissmus befeuern, sondern auch und grade im Spirituellen. Wir verlieren uns grade in dem Kleinen, bei uns zu schauen und unsere spirituellen Fähigkeiten zu entwickeln, dass wir Gefahr laufen, das Große Ganze aus den Augen zu verlieren. Mehr noch: Dass wir Gefahr laufen, egoistisch zu werden. Der August mit seinen Qualitäten fordert uns auf, uns dem Leben hinzugeben, Stürme und Hagel auszuhalten und dennoch weiterzublühen. Ein wenig mehr Zivilcourage wäre gut,. Es wäre wünschenswert, wenn wir uns wieder auf das konzentrieren, was uns verbindet. Auf unsere Gemeinschaft, anstatt immer nur das zu befeuern, was uns trennt oder unsere Gemeinschaft gefährdet. Energie folgt der Aufmerksamkeit. Und Gemeinsinn und Nächstenliebe bräuchten etwas mehr Aufmerksamkeit. Wir brauchen viel mehr wir als jeder für sich, Brücken zum Andersdenkenden zu schlagen, anstatt sich über seine Coronameinung aufzuregen. Es ist die Zeit, übers Ich und über sich hinauszuwachsen und nach den Sternen zu greifen.

Retrospektiv: Die Flut

Ich habe im Juli-Mond über das Wasser geschrieben und das Aufbrechen alter Strukturen. Da war von der großen Überschwemmung noch nicht einmal etwas zu ahnen. Mittlerweile wissen wir: Wir können uns nirgens sicher sein, die Natur hat selbst in Deutschland im Jahr 2021 riesige Macht, auch wenn wir es nicht wahr haben wollen. Wer sich diese Vorgänge genau anschaut, sieht, was sich alles gezeigt hat: Machtlosigkeit, gradezu Ohnmacht, aber auch diese Gemeinschaft von Menschen, die sich helfen. Die da sind und einfach aufräumen, freiwillig, Da sind doppelgesichtige Politiker, die lachen, anstatt zu trauern und viele Menschen, die schlau daher reden und keinen Finger krümmen. Und da ist ein Ort namens Schuld. Überflutet. Schuld, in Deutschland, ein Schatten, mit dem wir immer leben werden müssen, dort wurde alles weggerissen. Aufgebrochen vom Wasser, das für die Macht der Gefühle steht. Das Unterbewusste. Doch weiter zum Thema: Was bringt uns der August 2021 aus spiritueller Sicht.

Sternschnuppen und Schmetterlingsflügel

Was jetzt ansteht, das zeigt uns die Natur aufs Schönste: Greift nach den Sternen und breitet die Schmetterlingsflügel aus. Denn im August durchquert unser Raumschiff Erde am Sternenhimmel die Perseiden. Eine Flut von Sternschnuppen ist vor allem um den 12. August herum zu sehen. Alle drei Minuten hätte man einen Wunsch frei. Es ist jetzt Zeit nach den Sternen zu greifen. Erfülle dir deine Träume! Träume groß, aber vergiss den Blick aufs Ganze nicht. Es ist die Zeit, sich zu fragen: Wie kann ich mit meinen Qualitäten die Welt bereichern? Alles ist ein Geben und Nehmen. Je mehr zu gibst, desto mehr bekommst du. Es ist die Zeit, dein eigenes Leuchten mit der Kraft der Sonne zu stärken und dir deiner ganz eigenen Fähigkeiten bewusst zu sein. Strotzend vor Licht und Strahlen in die Welt hinauszugehen und sie mit deinem Wesen, deinen Fähigkeiten, vor allem aber deiner Begeisterungs- und Liebeskraft zu bereichern.

Alles leuchtet nun in einer großen Farbenpracht. Vorherrschende Farben sind goldgelb und Rot. Wärme pur, Fülle, Leidenschaft stehen an der Tagesordnung. Sein Herz zu zeigen, bevor es sich wieder in sich zurück zieht in den Monaten der Kälte. Es ist die Zeit der Schmetterlinge, die sich überall zeigen. Leicht flattern sie im Wind, ein größeres Sinnbild für Transformation gibt es kaum als den Schmetterling, der vom Ei, von der Raupe zur Schönheit wird. Es ist die Zeit, sich zu zeigen. Zeit der Extrovertiertheit. Zeit, zu feiern und das Leuchten zu sehen – in sich und vor allem in den anderen.

Feste & Monde im August

  • Am 8. August ist Neumond
  • Am 22. August ist Vollmond
  • Am 2. August ist das Schnitterfest, auch Lamas oder Lughnasadh genannt
  • Am 13. August ist Fest der Jagdgöttin Diana
  • Am 15. August ist Mariä Himmelfahrt, Kräuterweihe und letzter Tag, um die Kräuterernte einzubringen.

Das ganze Zitat aus „Wie es Euch gefällt“ von Shakespeare, 7. Akt, Jaques spricht zum Herzog:

Die ganze Welt ist Bühne
Und alle Fraun und Männer bloße Spieler.
Sie treten auf und geben wieder ab,
Sein Leben lang spielt einer manche Rollen
Durch sieben Akte hin. Zuerst das Kind,
Das in der Wärtrin Armen greint und sprudelt;
Der weinerliche Bube, der mit Bündel
Und glattem Morgenantlitz wie die Schnecke
Ungern zur Schule kriecht; dann der Verliebte,
Der wie ein Ofen seufzt, mit Jammerlied
Auf seiner Liebsten Braun; dann der Soldat,
Voll toller Flüch und wie ein Pardel bärtig,
Auf Ehre eifersüchtig, schnell zu Händeln,
Bis in die Mündung der Kanone suchend
Die Seifenblase Ruhm. Und dann der Richter
Im runden Bauche, mit Kapaun gestopft,
Mit strengem Blick und regelrechtem Bart,
Voll weiser Sprüch und Allerweltssentenzen
Spielt seine Rolle so. Das sechste Alter
Macht den besockten, hagern Pantalon,
Brill auf der Nase, Beutel an der Seite;
Die jugendliche Hose, wohl geschont,
’ne Welt zu weit für die verschrumpften Lenden;
Die tiefe Männerstimme, umgewandelt
Zum kindischen Diskante, pfeift und quäkt
In seinem Ton. Der letzte Akt, mit dem
Die seltsam wechselnde Geschichte schließt,
Ist zweite Kindheit, gänzliches Vergessen,
Ohn Augen, ohne Zahn, Geschmack und alles.

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Kategorie Monatsenergie

Das bin ich: Schamane und Heiler sind große Worte für Qualitäten, die jeder in sich trägt. Keines davon erscheint mir ein passender Begriff oder gar ein passendes Bild, denn eigentlich ist der Gedanke vermessen, dass man andere heilen kann. Was ich aber kann, ist dir Raum geben für deine Themen, dir passende Fragen stellen und Prozesse in Gang bringen. Das ist, was ich tue, egal, ob ich als Buchautorin, Kräuterfrau oder Tierheilpraktikerin arbeite oder einfach nur mit dir einen Tee trinke. Mehr über mich findet Ihr auf auf meinem Reiseblog www.indigo-blau.de

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