Das Lichterfest

Imbolc – das Lichterfest Anfang Februar ist das erste Fest, das die länger werdenden Tage feiert. Und das erste Fest im neuen Jahr. Dafür gibt es viele Rituale.

In der Nacht zum ersten Februar feiern die Iren ein besonderes Fest: Das Lichtmessfest, auch Imbolc genannt. Eigentlich ist dann grade erst die Mitte des Winters, doch draußen fühlt es sich an, als würde der Frühling schon vor der Tür stehen. Und tatsächlich ist das Licht schon goldener und wärmt, die Tage sind länger und die ersten Frühblüher zeigen zart ihre grünen Sprosse. Die ersten Bäume treiben zarte Knospen und nach der Zeit des Rückzugs und der Dunkelheit, werden die Lebenskräfte wieder wach.

Auch in den Menschen, die jetzt erste Kreativschübe bekommen, vielleicht Putzen oder Renovieren wollen, einige ziehen auch schon Samen auf der Fensterbank vor – alles erwacht um diese Zeit schon ein wenig. Und genau das feiert Imbolc, das Lichtmessfest, wie es im Christentum genannt wird. Zum Verständnis: Viele Feste sind uralten Ursprungs und wurden später von den Christen in abgeänderter Form im christlichen Kalender aufgenommen, so auch Lichtmess oder Imbolc.

Wann ist Imbolc?

Wer jetzt meint, alles besser wissen zu müssen und darüber zu streiten, wann nun genau Imbolc gefeiert wird, ob am 2. Februar, wie es im christlichen Kalender steht oder in der Nacht zum 1. Februar, wie es die Iren tun: Das ist, mit Verlaub gesagt, völlig schnuppe. Es geht nicht um diese Regeln und um Stunden oder wer Recht hat, es geht um die Qualität dieser Zeit, die es zu würdigen gilt. Und noch etwas zum Vermischen von Keltischem und Christlichem: Als ich mit meiner Familie im Herbst in der Bretagne war, habe ich Erstaunliches festgestellt: Die Menschen dort leben sehr keltisch, halten an alten Ritualen und Bräuchen fest, nennen ihre Kirchen nach Heiligen, die man in Rom möglicherweise gar nicht kennt. Sie mischen das Vaterunser mit Elementen der Hexenkultur, der Wicca. Und das auf eine so natürliche, friedliche und erfrischende Weise, dass wir davon noch viel lernen können. Ob nun 1. oder 2. Februar oder am Vollmond in dieser Zeit – wer Imbolc feiert, sucht sich am besten den Termin aus, der am besten zu ihm selbst passt.

Brigids Kreuz aus Irland

Was aber macht man an Imbolc? Imbolc ist das Fest des Lichtes, das nun wieder durchbricht und sich häufiger zeigt und länger. Das wird an diesem Tag gefeiert. Dazu gibt es viele Traditionen, eine der schönsten finde ich in Irland: Dort werden zum Fest Brigids Kreuze gebunden, um das Haus, die Feuerstelle und die Tiere zu beschützen. Für das Brigid-Kreuz braucht man einen Büschel Binsen. Daraus nimmt man sich zwei lange Halme und legt sie wie ein Kreuz übereinander. Einen dritten Halm legt man rechts neben den senkrechten Halm, knickt ihn in der Mitte um, so dass er sich um den oberen Halm legt. Dann wird das Gebilde gegen den Uhrzeigersinn gedreht und in dieser Art weitergeflochten, bis man ein hübsch gewobenes Kreuz gefertigt hat. Es wird an den Enden mit Band zugeschnürrt und über der Feuerstelle im Haus aufgehängt. So will es die Tradition am Imbolc-Abend bei den Iren.

Rituale für Imbolc

Es gibt aber auch andere Rituale für Imbolc:

  • Familien mit Kindern können weiße Laternen basteln und diese in Haus und Garten aufstellen
  • Weiße Kerzen werden geweiht und entzündet
  • Weiße Kleidung anziehen, um das Licht zu symboliseren.
  • Weiße Bänder mit Glöckchen in den Garten hängen. Feen und Elfen lieben diesen Klang und spielen in der Nacht damit. Und außerdem soll in dieser Nacht die Heilige Brigid umherziehen und diese Bänder mit einer besonderen Heilkraft versehen.
  • Kerzen oder Lichter auf die Fensterbank stellen
  • Im Garten Windlichter aufstellen und den Garten nachts damit erleuchten
  • Kristalle ins Mondlicht stellen, sie laden sich an diesem Tag besonders gut auf
  • Das Haus von fremden und negativen Energien reinigen, räuchern und Salz streuen
  • Räucherkräuter sind Wermut. Eisenkraut und Mistel
  • Kräuter zum Essen/Trinken sind Pfefferminze und Melisse

1 Kommentare

  1. Ganz herzlichen Dank für den wunderbaren Text.
    Ich bin ein „Lichterkind“, wie die Ordensschwester im Krankenhaus meiner Geburt nannte.

    Früher wusste ich damit nichts anzufangen.
    Je mehr ich mich mit unserem ursprünglichen Dasein auseinander setze, desto mehr freue ich mich darüber.

    HERZlichen Dank

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