April-Mond

Der April bricht alles auf. Welche Kräfte bringt er uns und wozu lädt er uns ein? Die Energien im April.

Alles auf Start – so könnte man die Energien des April auch bezeichnen. Aufbruch, Erneuerung sind die Themen, die der April mit sich bringt. Das, was im März noch sanft keimte, drängt jetzt mit ganzer Wucht an die Oberfläche. Die langen Nächte sind nun Vergangenheit, die Sonne hat über die Dunkelheit gesiegt. Es ist Zeit, rauszugehen. Nicht nur in die Natur, sondern auch Zeit, aus sich herauszukommen. Sich zu zeigen, in dem, was in Schönheit grade keimt und erblühen möchte.

Das geht nicht brachial, denn bei jedem brachialen Kampf setzen wir uns der Gefahr aus, auch in uns etwas plattzutreten. Es ist die Zeit der sanften Umbrüche, der Hingabe an das Wachstum, so wie es die Natur draußen auch tut. Der Samen, die Knolle können nicht länger in ihrer alten Form erstarren, sie geben sich den Kräften hin, die nun durch sie durchströmen und Neues erschaffen. Neue Triebe, neue Blüten, neue Blätter. Diese Kraft waltet nun auch in uns, alles steigt auf, weithin auch als Frühlingsgefühle bekannt. Doch das nur auf der erotischen sexuellen Ebene zu betrachten, wäre falsch. Leider ist unsere westliche, zivilisierte Welt sehr übersexualisiert und spricht viele dieser Kräfte, die dem ersten und zweiten Chakra entspringen, der Sexualität, der erotischen Triebkraft zu. Das stimmt aber eben nur zum Teil. Denn ursprünglich steckt hinter der Sexualkraft die Kraft, etwas Neues zu erschaffen. Echte Schaffenskraft also. In unserer Gesellschaft haben wir im Alltag allerdings immer weniger Möglichkeiten, unsere Schaffenskraft zu leben, wir nähen, backen, töpfern und handwerken kaum noch, selbst wenn all dieses jetzt einen Boom erlebt, ist es dennoch so, dass wir unsere Schaffenskraft viel zu sehr der Sexualität zugeschrieben haben und viel zu viele Dinge sexualitsiert haben, wo die Sexualität einfach nicht hingehört. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, auf Werbung und Witze achtet, wird merken, dass so viel sexuelle Anspielungen und Sexualität herrschen wie nie zuvor. Das wirkt nicht nur auf Kinder und Eltern peinlich und verschämend, es zeigt auf, dass etwas quer hängt in unserer Gesellschaft. Man könnte es vielleicht generell in Frage stellen und schauen, wonach ruft das Innere eigentlich, wenn es sich Bildchen von Brüsten anschaut?

Dahinter steckt viel mehr als nur der Sinn für Schönheit. Erotik ist deswegen so alltagsbegleitend, weil sie für die Vitalität steht, für die Lebenskraft. Es ist eben diese Lebenskraft, die sich meldet und gelebt werden möchte, wenn man sich solche erotischen Bilder anschaut. Es ist die tiefe Sehnsucht nach Leben, nach Wildheit, nach Erfüllung und Schaffenskraft. Mit diesem „Trieb“ melden sich Kreativität und Schaffenskraft, und fordern uns auf, etwas Eigenes zu erschaffen. Wir konsumieren zuviel und erschaffen zu wenig in unserer konsumorientierten Welt. Sexualität kann leer sein, wenn sie nur um ihrer selbst willen ausgeübt wird, Kreativität hingegen kann tiefe Befriedigung hervorbringen und auch Gefühle des Einsseins wecken. Der schöpferische Funke in uns möchte sich austoben – und eben der findet nicht nur Befriedigung bei Begucken von schönen Bildchen. Schaffenskraft und Sexualkraft – es ist ein Mix aus beiden, den es zu leben gilt, wie immer, sollte es sich auch hier die Waage halten.

Es ist aber tatsächlich auch der Monat der Hochzeiten, denn wie in kaum einem anderen Monat, verbinden sich im April Himmel und Erde, um neue Pflanzen hervorzubringen. Die Sonne ist nun schon kräftig und weckt die Lebensgeister, Wolkenbrüche begießen das, was nun wachsen soll, Winde sorgen für wechselhaftes Wetter.

All dieses bringt der April hervor, indem er uns Frühlingsgefühle schickt. Interessant ist übrigens allein schon der Name April, der vom lateinischen aperire stammt, was öffnen bedeutet. Ja, es ist der Monat, sich zu öffnen. Es ist der Monat, das Wilde in sich zu entdecken. Und es ist der Monat, sich erstaunt die Blüten anzusehen, die aus dem Inneren einfach so hervorblühen, wenn man sie nur lässt.

Das ist ohnehin das Zauberwort: Einfach wachsen lassen. Alles andere kommt von selbst. Und dann, wo es geht, feiern. Der April ist der Monat der Feste: Ostara, das Fruchtbarkeitsfest, in dem wir auch für unseren Wohlstand danken und darum bitten, dass die Saat angeht und gut gedeiht. Dass unsere Haustiere, unser Vieh, gesunde Nachkommen hervorbringen.

Die Tage sind nun eindeutlig länger als die Nächte, das haben auch die Hühner gemerkt und kommen wieder ins fleißige Eierlegen, nichtumsonst ist das Ei das Symbol dieses Festes.

Pflanzen- und Naturgeister sind hellwach und toben ausgelassen durch die Gärten und Wälder nach der langen Winterpause.

Es ist Zeit, sich zu öffnen. Es ist Zeit, den eigenen, schöpferischen Funken wiederzufinden und ihn zu leben. Es ist Zeit, die Sinne und das Herz weit zu öffnen und die Frühlingsgeister hereinzulassen. Ja, das kann auch mal unangehm sein, aber Wachstum war noch nie einfach.

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Kategorie Monatsenergie

Das bin ich: Schamane und Heiler sind große Worte für Qualitäten, die jeder in sich trägt. Keines davon erscheint mir ein passender Begriff oder gar ein passendes Bild, denn eigentlich ist der Gedanke vermessen, dass man andere heilen kann. Was ich aber kann, ist dir Raum geben für deine Themen, dir passende Fragen stellen und Prozesse in Gang bringen. Das ist, was ich tue, egal, ob ich als Buchautorin, Kräuterfrau oder Tierheilpraktikerin arbeite oder einfach nur mit dir einen Tee trinke. Mehr über mich findet Ihr auf auf meinem Reiseblog www.indigo-blau.de

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