Falls

Falls ich dich nicht wieder sehe, solltest du wissen, da war etwas Besonderes zwischen uns.

Vom ersten Moment an, an dem ich dich sah, spürte ich eine Wärme, die sich selbst über die Distanz zu mir hinschummelte und die mich mit einem Wimpernschlag britzelwach machte.

Falls ich nie wieder deine Stimme höre, solltest du wissen, wie sehr ich eben das mochte. Deine Stimme hören, deine raue und doch so weiche Tonart.

Du solltest wissen, dass du mich gehalten hast, als ich es am meisten brauchte. Wie sehr ich es mochte, dass du immer zum rechten Zeitpunkt an meiner Seite warst. In meinen dunkelsten Momenten warst du da. Genau dann, wenn ich dich brauchte. Ich habe mich so sicher gefühlt bei dir. Vielleicht das erste Mal im Leben sicher.

Du solltest wissen, dass mein Herz hüpfte, als ich dich zum ersten Mal sah, aber dass es noch mehr hüpfte, als ich dich zum zweiten Mal sah. Und zum dritten Mal. Ich wollte dich anfassen, alles in mir zog zu dir. In deine Arme. Und als ich deine Haut spürte, wollte ich am liebsten bleiben, ganz nah, unendlich lang. Wollte dir zuhören, deine Tiefe ergründen. Deine unergründliche Tiefe.

Ich wollte deiner Stimme lauschen, dein Streicheln fühlen, bis ich einschlafe. Dir nah sein, wenn du einschläfst. Wollte dich morgens als erstes sehen. Dich hören und spüren, denn du hast mir immer Glück geschenkt.

Falls wir uns nicht mehr wiedersehen, solltest du wissen: Es warst du, der mir mit seinem „Nein“ alles genommen hat: Meinen Glauben an mich, an die Welt, an die Liebe und an mein Bauchgefühl. Meinen Stolz. Vor allem aber mein Vertrauen, dass alles gut wird. Mein Grundvertrauen in diese Welt und das Leben. Es war dunkel, so dunkel, als all das mit dir gegangen war. Es war eine Welt, in der ich nichts mehr fühlte. Doch es warst du, der mir mit dem „Ja“ nicht nur alles zurückgegeben hat, sondern es stärker zum Leuchten gebracht hat als je zuvor. Du hast mein Vertrauen unerschütterlich gemacht mit deinen Feuerproben.

Selten habe ich einen Menschen so gerne gerochen. Ja, ich mochte den Duft deiner Haut.

Falls wir uns nicht mehr sehen, solltest du wissen: Ich habe unsere Geschichte nicht in die Zukunft gesponnen, weil mir unser Jetzt so kostbar war. Es war vollkommen. Ich glaubte nur, dass unser Jetzt nie enden würde. Dass auch du nicht genug von meiner Anwesenheit bekommen würdest. Dass du alles dafür tun würdest, mit mir mehr Zeit zu verbringen. In meine Tiefe zu tauchen und mich in deine zu lassen. Dass du dieses Geschenk der Liebe pflegen und hegen würdest.

Damit habe ich mich vertan. Ich hätte nie gedacht, dass wir uns in Wenn-Danns verhaken. Ich hätte gedacht, dass alles zusammenfällt, was sein soll und dass auseinanderfällt, was keine Tiefe hat. Aber ich hätte nie gedacht, dass du für deine Liebe zu mir nicht kämpfst – mit dir. Wenigstens ein kleines, inneres Ringen. Ich hätte gedacht, du erwachst und räumst auf, anstatt so widerstandslos aufzugeben. Vielleicht ist es diese Widerstandslosigkeit, die mich so trifft. Ich hatte gehofft, dass sich diese Liebe tief in dein Inneres vorarbeitet, so wie sie es bei mir getan hat, und deine Mauern einreißt. Sonne in dein Dunkel lässt, so dass du Licht und Schatten besser erkennen kannst, anstatt ein alltägliches Grau. Dass du mir eine Chance gibst, deine tiefe Trauer, deine Fehlbarkeiten, deine Schatten zu erkennen und gleich mitzulieben. Ich hatte gehofft, dass ich meine Hände auf deine Wunden legen und deinen Schmerz einfach wegsingen dürfe.

Ich habe mich vertan. Manchmal zählen Jahre mehr als intensive Tage. Meistens siegt die Angst über die Liebe. Das Leben ist eben kein Hollywood-Streifen.

Newsletter abonnieren - bleib auf dem Laufenden

Kategorie Spirituelle Lyrik

Das bin ich: Schamane und Heiler sind große Worte für Qualitäten, die jeder in sich trägt. Keines davon erscheint mir ein passender Begriff oder gar ein passendes Bild, denn eigentlich ist der Gedanke vermessen, dass man andere heilen kann. Was ich aber kann, ist dir Raum geben für deine Themen, dir passende Fragen stellen und Prozesse in Gang bringen. Das ist, was ich tue, egal, ob ich als Buchautorin, Kräuterfrau oder Tierheilpraktikerin arbeite oder einfach nur mit dir einen Tee trinke. Mehr über mich findet Ihr auf auf meinem Reiseblog www.indigo-blau.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.