Corona: Weniger Laberköpfe, mehr Leuchttürme!

Was ist eigentlich los mit dieser Welt? Wir beschimpfen uns, dass wir einander das Klopapier wegkaufen, zeigen mit dem Finger auf Menschen, die angstgesteuert Nudeln und Mehl kaufen, regen uns im Außen auf, anstatt das zu tun, was jetzt angesagt wäre: Ins Innere zu reisen.

Kräuter für Mitsommer

Mohnblume – Symbol für Sensibilität

Einige von uns spielen den Virus herunter, nehmen das Gegenüber trotzdem noch in den Arm, die total von sich selbst überzeugte Aura „Mich ficht das nicht an“ ausströmend und dabei das Zögern und den angstvollen Blick des anderen übersehend. Oder gehen ins Restaurant, Café oder Fitnessstudio, einfach um „Jetzt erst Recht“-zu zeigen und sich bloß nicht in der Bewegungsfreiheit einschränken zu lassen. Aber was ist denn Schlimmes daran, drei Wochen in sich gehen und Stille üben mit denen, die man liebt?

Verschwörung, Angst und verquere Weltanschauungen

Andere posten verschwörerische Thesen und suchen nach der Wahrheit hinter den Massenmeldungen: Ist das ein Probelauf für die totale Überwachung, um Bürgerrechte einzuschränken und Bargeld abzuschaffen? Was sie damit tun, ist noch viel schlimmer, als die vielen Corona-Nachrichten mit uns machen: Sie schüren Angst, nicht nur vor dem Virus, sondern vor etwas Größerem, etwas, was wir nicht kontrollieren können, was uns beherrscht und vielleicht zerstört. Auch hier werden der Virus und die Aktualität instrumentalisiert, um eigene, verquere Weltanschauungen unters Volk zu mischen. Das ist noch schlimmer als die Angst vor dem Viris selbst, denn die bleibt ja trotzdem. Damit wird Misstrauen geschürrt anstatt das, was wir viel Nötiger haben, zu stärken: Vertrauen.

Die Sache mit der Angst und den Gurus

Angst aber ist auch ein Thema, das ich grade nicht mehr hören mag. Schon gar nicht von all den selbsternannten Gurus. „Das Schlimmste ist, dass Ihr Angst habt, besinnt euch auf die Liebe“ lese ich da. Oder: „Das, was du fürchtest, kommt erst recht.“ Was für ein Allgemeinplatz das doch ist, als ob das nicht schon fast jeder weiß. Natürlich sollte man sich auf die Liebe besinnen, aber wo ist die Anleitung dazu, liebe Klugscheißer? Zeugen solche Aussagen nicht in Wirklichkeit von einer ungeheuren Arroganz und einem hohen Roß, auf dem derjenige sitzt, der soetwas sagt? Seid ihr wirklich alle frei von Angst?

Wo ist denn der Blick hinter all diese selbsternannten Botschafter? Wo steckt das Wahre und Wesentliche? Bestimmt nicht in dem Satz: Füttere nicht deine Ängste, sondern besinne dich auf die Liebe.

Quarantäne als Chance

Quarantäne wegen Corona ist eine riesige Chance für uns alle. Es ist eine Zeit, die uns vor allem eines lehrt: Solidarität mit denen, die nicht so stark sind wie wir. Sie lehrt uns, zurückzustecken für die Allgemeinheit. Und noch etwas Erstaunliches macht uns Corona deutlich: Jeder Einzelne hat eben immensen Einfluss auf das Geschehen in dieser Welt. Wir sind alle Überträger einer Botschaft, die sich in unserer Zeit rasend schnell verbreitet. Es ist unser Funke, unser Leuchten, der eben doch eine Menge bewirken kann. Wenn ein Einzelner ein Virus nach Italien tragen kann und ein Land lahm legen, gibt uns das nicht auch im Positiven ungeahnte Möglichkeiten? Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, diese Welt ein Stückchen besser zu machen – im Sinne des Ganzen.

Anstatt zu meckern, nach finanziellen Hilfen zu rufen oder auf Weltverschwörungen aufmerksam zu machen, sollte die Welt jetzt, genau jetzt, das tun, was ansteht: Sich zurückziehen. In seinen ganz inneren Kreis. Es ist wie eine Art Miniretreat. Eine innere Einkehr zur Frühlingszeit, die uns Gelegenheit gibt, Altes herauszuschmeißen und ganz tief in unserem Inneren zu forschen: Was möchte ich eigentlich wirklich? Es ist eine Zeit, in der alles still steht. Wer draußen war und fühlen kann, wird wissen, was ich meine: Es ist, als hätte jemand die Welt angehalten. Etwas, was sich so viele von uns die letzten Jahre gewünscht haben. Hat uns nicht die ganze technische Entwicklung mit Smartphones, ständiger Erreichbarkeit und die komplette Umwälzung unserer Arbeitswelt nicht so überfordert, dass Burnout zur Volkskrankreit geworden ist?

Die Quarantäne um Corona gibt uns die Chance, uns in unser Schneckenhaus zu verkriechen, bestenfalls mit wenig Nachrichten und guter Gesundheit. Es ist ein Abwarten, bis der Sturm vorübergezogen ist, die Kurve sich abgeflacht hat. Nicht nur im Außen. Vor allem im Inneren. Für mich sind all diese Nebenschauplätze mit Aufregern über vergriffenes Klopapier, mit geschickter Positionierung von Verschwörungstheorien oder auch Gurutätigkeiten vor allem Zeugnis dafür, dass diejenigen, die das posten, sich im Außen verhaken und es nicht schaffen, selbst in ihr Inneres zu reisen und einfach mal die Klappe zu halten.

Es wäre viel wichtiger, Vertrauen und Mitgefühl zu stärken. Oder vielleicht sanft ein Leuchtturm sind für andere, indem man Mut macht, Ideen für die Zeit mit den Kindern postet. Wir brauchen weniger Laberköpfe und viel mehr Leuchttürme. Vor allem in dieser Zeit.

Also: Bleibt zuhause. Helft denen, die nicht so stark sind. Beweist Solidarität und vor allem Mitgefühl. Und Demut. Schaut ins Innere, anstatt über die leeren Klopapierregale zu motzen. Und dann: Schmeckt, riecht und hört den Frühling. Morgens um 4, abends um 11 – egal. Besinnt Euch auf Euren Humor. Und vor allem: bleibt gesund!

 

 

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Kategorie Schamanismus

Vielleicht bin ich Schamanin. Auf jeden Fall aber bin ich Buchautorin, Heilerin, Tierheilpraktikerin, Fühlende und Naturverbundene. Ich bin dort, wo mein Ruf mich hinträgt und arbeite am liebsten mit dem Herz und den Kräften der Natur. Mehr darüber findet Ihr auf www.schamanen-garten.de und auf meinem blog www.indigo-blau.de

3 Kommentare

  1. Frank Gülden

    Hallo, liebe Andrea.

    Gut geschrieben!

    Gestern habe ich mit meiner Schwester telefoniert und unter anderem gemeint, daß ich mich, trotz der Einschränkungen durch das Virus, aktuell besser und freier fühle, als in der Zeit vor Corona, weil nun endlich eine Familie aus dem Mietshaus in dem ich lebe ausgezogen ist, die mich ganz anders belastet und eingeengt hat, als die aktuelle Situation,weil meine Intimsphäre permanent angegriffen wurde.
    Das spiegelt übrigens nicht nur meine persönliche Wahrnehmung wieder, weil andere Mieter aus dem Haus und auch Nachbarn, das spontan so geäußert haben, als diese Menschen weggezogen sind.

    Der geschützte persönliche Raum ist ein großes Gut; für uns selbst, wie für andere eben auch.

    Gezwungenermaßen kann nun jeder die Erfahrung machen, was Nähe und Distanz bedeuten können und hoffentlich gibt es dadurch viel Lerngewinn.

    „Not (macht) wendig.“ Und in gewisser Weise sorgt die Coronakrise, so seltsam es anmutet, sogar für frische Luft; Zeit zum Durchatmen also.

    Liebe Grüße,
    Frank

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