Gebet in der dunkelsten Nacht

Hier stehe ich, am Trümmerhaufen meiner Träume und Wünsche. Alles, was ich habe, steht hier mit mir, alles andere ist gegangen oder vergänglich. Denn letztendlich wird mir immer nur eins bleiben – ich mir selbst.

Ich bitte darum, Vertrauen wieder erlangen zu können. Vertrauen in mich und in die Welt. Dass alles gut läuft und stets zu meinem Besten ausgeht. Dass auf schwarze, dunkle Tage ohne Licht auch wieder helle folgen. Ich bitte um Kraft, das loszulassen, was ich so gerne im Arm gehalten hätte. Ganz loszulassen, denn was mich nicht braucht, möchte ich auch nicht brauchen.

Hier stehe ich in meiner dunkelsten Nacht und blicke in Schwärze, die mir so große Angst macht wie nie etwas zuvor, Schwärze und Dunkelheit ganz tief in mir. Ich bitte dich, gib mir die Kraft damit zu sein und es zuende zu fühlen, bis alles gesehen und gefühlt ist, was sich zeigen wollte. Gib mir die Kraft, Tränen fließen zu lassen, auch wenn der See der Trauer längst leer geweint ist. Gib mir die Kraft, das alles zu ertragen.

Ich bitte dich, um Besonnenheit, dass ich mich nicht mit dem Abwärtsstrudel der destruktiven Gedanken mitreißen lasse, sondern in meiner Mitte bleiben und aushalten kann, was es auszuhalten gibt. Auch wenn es so verdammt schwer ist, das auszuhalten, ohne zu flüchten, ohne zu agieren oder oder etwas tun zu können, Ich bitte dich, diese meine Hilflosigkeit annehmen zu können wie ein Geschenk, anstatt sie zu verneinen, wie eine Last. Oder anstatt wie immer sonst – wegzulaufen.

Aufgeben ist nicht mein Stil. Es gibt immer eine Lösung. Dachte ich. Nun gibt es keine. Ich bitte darum, mir zu zeigen, wie das geht, aufgeben, denn ich kann es nicht und alles in mir findet Aufgeben furchtbar. Bitte zeige mir, wie Aufgeben geht.

Ich bitte, um Annahme dessen, was ist und mich Dankbarkeit fühlen zu lassen, für das was war, anstatt zu bedauern, was nicht war oder was hätte sein können. Lass mich die Dankbarkeit so spüren, dass sie mein Herz ausfüllt und Selbstmitleid, Opferrollen und Trauer vertreibt.

Lass mich anerkennen, mich selbst anerkennen, in dem, was ich bin. Lass mich nicht zweifeln an mir. Lass mich meine Perfektion und meine Schönheit wieder sehen, anstatt mich wie die zweite Wahl und ausrangiert zu fühlen. Lass mich diejenigen wieder sehen können, die mir das Leben zum Himmel machen, anstatt dem nachzutrauern, was ich verloren habe. Lass mich die Seelen sehen, die an meiner Seite stehen und gerne für mein Wohlbefinden und Strahlen sorgen, anstatt mich nach dem zu sehnen, was mit genau dieser Aufgabe leider nicht fertig geworden ist.

Lass mich wieder leuchten, die Schönheit in der Welt und der anderen sehen, anstatt bei jeder Gelegenheit in Tränen auszubrechen. Lass mich meinen Humor behalten und von Herzen lachen, laut und tief, so wie es immer war.

Ich bitte dich, lass mein Herz offen sein und bleiben. Lass mich das Fühlen behalten, anstatt mich aus lauter Angst vor Verletzungen wieder zurück zu ziehen und gar nichts mehr zu fühlen. Lass mich im Mitgefühl bleiben, anstatt in der Anklage und in Bitterkeit.

Lass mich die Liebe nicht verlieren. Für mich. Für andere. Vor allem aber für die Welt.

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Kategorie Spirituelle Lyrik

Das bin ich: Schamane und Heiler sind große Worte für Qualitäten, die jeder in sich trägt. Keines davon erscheint mir ein passender Begriff oder gar ein passendes Bild, denn eigentlich ist der Gedanke vermessen, dass man andere heilen kann. Was ich aber kann, ist dir Raum geben für deine Themen, dir passende Fragen stellen und Prozesse in Gang bringen. Das ist, was ich tue, egal, ob ich als Buchautorin, Kräuterfrau oder Tierheilpraktikerin arbeite oder einfach nur mit dir einen Tee trinke. Mehr über mich findet Ihr auf auf meinem Reiseblog www.indigo-blau.de