Juni-Mond

Der Juni bricht an. Welche Energien bringt er mit sich und was zeigt sich? Eine Reflexion über den Juni-Mond.

Die Energien im Juni

Wer jetzt in der Natur ist, spürt es deutlich: Es ist die Zeit der Fülle. Der Sinnlichkeit. Die Tage werden länger und länger. Und doch ist es dieses Jahr anders als die Jahre zuvor. Es ist kalt. Der März scheint noch immer anzudauern, schickt Regen, Feuchtigkeit und Kälte. Was der Natur gut tut und die Grüntöne förmlich explodieren lässt, bringt die Zweiflernatur des Menschen hervor und interessanterweise auch sein Mangeldenken. Anstatt sich zu freuen, dass es jetzt endlich genügend Regen gibt, um die Dürrezeiten auszugleichen, in denen wir uns die letzten Jahre befunden haben, benutzen wir Menschen ausgiebig dieses eine, winzige Wort. „Zu“. Es ist zu nass, zu kalt, zu wolkig, zu wenig dies und das. Mich mach das nachdenklich, denn es zeugt von einer hohen Unzufriedenheit. Und vielleich auch davon, dass wir es verlernt haben, uns an dem zu freuen, was wir haben.

Zugegeben ist es schwer, grade in dieser Zeit, zuversichtlich zu bleiben. Aber vielleicht zeigt uns diese Zeit auch grade: Es ist sowieso nichts planbar und das einzige, was beständig ist, ist die Veränderung. Umso irrer wäre es, gedanklich ins Morgen oder Gestern zu flüchten, anstatt das Jetzt voll und ganz zu genießen. Denn in diesem Jetzt liegt der Schlüssel. Und was ruft uns mehr ins Jetzt als der Juni mit seiner blumigen Freundlichkeit. Er ist nicht der graue November oder der kalte Februar, es ist ein warmer Monat voller Fülle. Warum also in Pläne flüchten?

Nur eines ist im Moment wichtig: Das eigene Zentrum, die innere Quelle zu finden. Sich nicht ständig rausreißen zu lassen von schlechten Nachrichten, von politischen Aufregern oder privaten Überwerfungen. Es gehört zum Leben dazu und trainiert uns, bei uns zu bleiben, ohne Mitgefühl zu verlieren, ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Wir sind in diese Zeit geboren, eben weil wir es schaffen, mit all den Umständen klarzukommen, mit all den Widrigkeiten und unseren ganz eigenen Beitrag dazu zu leisten.

Wachstum und Blühen

Wie im Außen, so im Innen: Alles drängt nun nach Wachstum, uns umgibt eine immense Fülle, die gesehen werden möchte. Es ist der Monat, in dem sich die Glühwürmchen wieder zeigen, in dem Fledermäuse jagen und Frösche und Kröten schlüpfen. Eulenküken unternehmen flaumig erste Flugversuche und an manchen Stellen werden die ersten Ernten eingefahren. Dieser Juni zeigt uns eines ganz deutlich: Es muss nicht immer sonnig und heiß sein, sondern grade das gemäßigte, das unser Klima ausmacht, bringt die Dinge fast zum Explodieren vor Kraft. Wer in diesem Jahr in den Wald schaut und den Blick mit den vergangenen zwei Jahren vergleicht, stellt fest, dass er in einem Meer von Grün steht. Während im Frühjahr 20 die Bäume mir Sorgen machten, weil die offensichtliche Dürreschäden davongetragen hatten, während damals die Erde mitunter im Juni schon so trocken war, dass sie Dachziegeln glich, ist es der Boden jetzt sanft bereitet und nicht von zuviel ausgetrocknet. Für mich ist das ein Sinnbild für unser Leben. Erst die Corona-Situation hat uns gezwungen, eine Reise in unser Innerstes zu unternehmen und dort Ausgeglichenheit zu finden. Wir sind sowieso viel zu sehr in der männlichen Energie, im Tun, im Planen, anstatt die Dinge einfach geschehen und fließen zu lassen. Manchmal ist weniger mehr – und das gilt auch, selbst wenn man es nicht wahrhaben will, für die Sonnenkräfte. In der Natur zeigt sich etwas, was sich eigentlich auch gesellschaft mehr und mehr durchsetzen sollte: Es geht nicht immer ums Tun, um Kontrolle und heißer, schneller, schöner, sondern darum, auch die weibliche Kraft zu akzeptieren, die sanft die Dinge anstubst.

So fordert grade dieser Juni uns auf, im Sommer die weiblichen Kräfte zu feiern, dem zu huldigen, was wir haben, es entspringt immer dem Wasser und den lebensspendenden Kräften des Urweiblichen.

Was gibt es zu spirituell zu tun? Nichts. Einfach vertrauen und bewusst dem lauschen, was sich in uns seinen Weg bahnt.

Es ist die Zeit der Selbstreflexion, des In-die-Mitte-Kommens. Es geht darum, unser Schicksal anzunehmen, anstatt ständig daran herumschrauben zu wollen. Immer geht es um Wachstum. Wachstum in die eigene Kraft und Schönheit. Niemand hat gesagt, dass Wachstum leicht ist, aber im Juni darf es leicht sein. Es ist eine Zeit der Freude und der Freunde, der Kameradschaft, der Feiern unter freiem Himmel. Ist ist eine Zeit des Nach-Außen-Wendens. Sich mit anderen verbinden oder gar Fremdes zu entdecken. Es ist eine Zeit, aus dem eigenen Saft herauszutreten und sich in die Welt zu begeben, die uns mit ihrer Farbenpracht und den Duftwolken gradezu dazu einlädt.

Es geht darum,. dass wir unser Licht finden. Momentan befinden wir uns in der Jahreszeit mit den längsten Tagen. Was leuchtet in dir so, dass es deine Dunkelheit vertreibt? Stärkst und nährst du es? Bist du im tiefen Vertrauen in deinen Weg oder schraubst und kontrollierst du immer etwas herum, um nicht Altes aufgeben zu müssen?

Kannst du die feinen Stimmen hören und fühlen, die dich sanft dorthin führen, wo du ins Blühen kommst? Oder gehst du deine gewohnten Wege, immer gleich?

Juni ist der Monat, in dem die Elfen tanzen, voller Lebensfreude kannst du sie im Garten beobachten, wenn du dir Zeit nimmst.

Es ist jetzt die Zeit, sich aufzuladen, mit den eigenen Sonnenkräften. Eine Zeit der Leichtigkeit.

Es ist eine Zeit der Sanftheit. Alles fließt jetzt, ohne brachial etwas unbedingt durchsetzen zu wollen. Motivation kommt von Außen, es fällt alles so wie es soll, man braucht kein Risiko einzugehen.

Es ist eine Zeit, alles anzunehmen, was dich grade begleitet. Es ist an der Zeit, wieder zu singen, fröhlich zu sein, wir lauschen den Grillen und zählen die Sterne.

Feste im Juni:

21. Juni: Sommersonnenwende, Litha, Mittsommer – der längste Tag und die kürzeste Nacht.

24. Juni: Johanni: Nächtliche Feuer werden entzündet und Heilkräfte bestärkt.

Wer mehr über die Energien im Juni wissen möchte, hier noch eine Leseempfehlung.

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Kategorie Monatsenergie

Das bin ich: Schamane und Heiler sind große Worte für Qualitäten, die jeder in sich trägt. Keines davon erscheint mir ein passender Begriff oder gar ein passendes Bild, denn eigentlich ist der Gedanke vermessen, dass man andere heilen kann. Was ich aber kann, ist dir Raum geben für deine Themen, dir passende Fragen stellen und Prozesse in Gang bringen. Das ist, was ich tue, egal, ob ich als Buchautorin, Kräuterfrau oder Tierheilpraktikerin arbeite oder einfach nur mit dir einen Tee trinke. Mehr über mich findet Ihr auf auf meinem Reiseblog www.indigo-blau.de

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