Krafttier Schnecke: Geduld und Rückzug

Krafttier Schnecke, Weinbergschnecke im BildAlles braucht seine Zeit – scheint das Krafttier Schnecke zu sagen. Mit ihrem Haus auf dem Rücken schleicht sie ganz gemütlich durchs Leben. Sie fühlt sich sicher und weiß genau, wann es Zeit ist, sich zurückzuziehen und wann man wieder die Fühler ausstrecken kann.

Das Krafttier Schnecke hat viele ganz eigene Fähigkeiten, die es von anderen Tieren unterscheidet. Schnecken haben zum einem die Fähigkeit, sich zurückzuziehen in ein geschütztes Gebiet. Sie tragen ihr Haus mit sich herum, ein übrigens meistens rechtsgewundetes Gehäuse, das ihnen vor den meisten Angreifern Schutz gewährt, indem sie ihre Angriffsfläche auf ein Minimum verringern. Ein Haus, das sie wahrscheinlich auch braucht, denn mit ihrer weichen Kriechsohle tastet sie nicht nur feinfühlig den Untergrund ab, auf dem sie sich bewegt, sondern kann ihm auch noch die Nährstoffe entnehmen, die sie gerade braucht. Sie sorgt vor, indem sie eine Schleimspur hinterlässt, auf der sie einfach und sicher durch das Leben gleitet. Wenn sie fort ist, glänzt diese Spur oft ganz sibrig – ein Zeichen, dass Schnecken auch mit dem Mond verbunden sind. Ebenso wie mit dem Wasser, der Gefühlswelt, denn Schnecken kommen erst ganz aus ihrem Häuschen, wenn die Wetterlage feucht ist,

Viele Schnecken sind Zwitterwesen, als Krafttier spricht das dafür, dass uns im Leben oftmals die Kraft fehlt, uns auf eine klare Seite zu stellen. Stattdessen ziehen wir uns lieber raus oder zurück und warten ab. Das ist nicht immer gut und kann auch zu unnötigen Distanzen zu anderen Menschen führen.

Schnecken geben Hinweise darauf, dass es Sinn macht, einen Gang zurückzuschalten und Entscheidungen in Klausur mit sich selbst noch einmal zu überdenken. Ohne Einflüsse von außen. Sie sind sehr feinfühlige Wesen, vielleicht ist es deswegen so wichtig, dass sie einen sicheren Ort haben, in den sie sich verkriechen können.

In der christlichen Mythologie galten Schnecken als Symbol für die Auferstehung, weil sie im Frühjahr zu neuem Leben erwachen und ihr Gehäuse „sprengen“ können. Zudem waren sie ein Symbol der Gelduld, die von jeher der Jungfrau Maria zugesprochen wurde.

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