Wintersonnenwende – Rituale, Feiern und Feuer

WintersonnenwendeDie längste Nacht des Jahres steht bevor: Am 21. Dezember ist Wintersonnenwende. Dann hat die Dunkelheit ihren Höhepunkt. Ab jetzt werden die Tage länger und das Licht wieder stärker – Zeit für Rituale, Feuer und Feiern zur Wintersonnenwende.

Heute wird aus der tiefsten Dunkelheit das Licht wiedergeboren – was für ein Bild. Für viele frühe Naturreligionen war es die Zeit, in der die Götting das Kind des Lichts wiedergebiert. Und es stimmt auch heute noch, wenn wir in uns hineinfühlen, merken wir, dass die kurzen Tage unsere Körper schwerfällig machen, wir brauchen das Neue, das sich noch nicht zeigt und müssen das Alte loslassen. Es ist Zeit für Rituale mit dem Licht. Weihnachten ist letztendlich nichts anderes, wenn wir unsere Häuser mit Lichterketten und Kerzen schmücken, uns zurückziehen, um besinnliche Wochenenden zu feiern und eine friedliche Zeit haben wollen. Es ist Zeit, um nach innen zu blicken und zu prüfen: Wo ist die eigene, tiefste Dunkelheit? Wo tobt der eigene innere Krieg? Es ist Zeit, zu fühlen, zu trauern und den Schmerz wahrzunehmen, der irgendwo tief in einem steckt. Erst dann, wenn die Dunkelheit am größten ist, kann das Licht erstrahlen, erst ganz zaghaft, doch es wird stärker und stärker mit jedem Tag.

Thomasnacht

Eine weitere Bezeichnung für diesen Tag lautet auch Thomastag. Er war unter Jesus Jüngern derjenige, der am meisten mit seinen Zweifeln zu kämpfen hatte. Und das passt ja auch zu diesem Tag der Angst und Unsicherheit. Früher säte man in Bayern Gerste in einen Topf, stellte ihn auf die Fensterbank und betrachtete die Entwicklung des Korns während der Raunächte. War es gelb, wuchs es schnell? Ein schönes Ritual, das wir für die Raunächte auch übernehmen können. In vielen Orten läuteten während dieser Nacht die Glocken die ganze Zeit, um die bösen Geister zu vertreiben, andernorts trafen sich Frauen, um die Nacht durchzuspinnen und sich so von dem Bösen fernzuhalten und die Fäden des Schicksals neu zu gestalten.

Entzünde dein Licht

Heute ist der Tag, um in sich selbst ein neues Licht zu entzünden. Feuer sind perfekt, Kerzen gehen aber auch. Am besten im Kreis der Familie und Freunde gemeinsam zusammensitzen und sich besinnen, was ist eigentlich das Licht, das in unsere Welt scheint? Wo kommt es her, wo finden wir es? Und was sind die dunklen Seiten, die wir gehen lassen wollen? Es ist aber auch die Zeit des Mitgefühls und des Friedens mit sich, den Nachbarn, den Freunden, Familienmitgliedern. Heute ist ebenfalls der Tag, um Altes, Dunkles zu klären und neu zu beleuchten.

Rituale zur Wintersonnenwende sollten auf jeden Fall Räuchern beeinhalten, heute ist die reinigende Kraft besonders stark.

Wintersonnenwende: Gedanken über Angst und Dunkelheit

Dunkelheit ruft Angst hervor
nicht nur in der längsten Nacht
haben wir Angst vor dem, was dunkel ist
Was sich im Außen zeigt
ist noch schlimmer im Inneren
unsere eigene Dunkelheit
kennen wir sie?
Kennen wir unsere schwarzen Flecken,
zu denen wir es nicht schaffen, Licht zu schicken?
Das, was wir ständig verdrängen
in uns
weil wir es nicht sehen wollen,
dass es auch zu uns gehört?
Ein Teil des Ganzen
Nicht sehen, ausblenden, verneinen
heißt nicht, dass es nicht da ist
jeder Mensch hat seine eigene Dunkelheit
Es ist Zeit, sich dem zu stellen
Jetzt
in dieser Nacht
Wintersonnenwende
Denn nur wenn wir in die tiefste Dunkelheit gehen
können wir das Licht sehen.
Zunächst eine kleine Flamme
aber sie wird heller und heller
und beleuchtet unsere Schatten
so, dass sie uns weniger Angst machen
Schaut hin
es ist Wintersonnenwende
Zeit für die Geburt des Lichts

Noch mehr Rituale für den Winter gibt es hier.

Ganz schön beschrieben, was zur Wintersonnenwende vor sich geht, hat auch diese Webseite www.kgsberlin.de

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