November-Mond

Für viele ist er ein Symbol des Grauen, des Traurigen: Der November ist ein herausfordernder Monat. Er hat besondere Energien, die gar nicht so abschreckend sind, wenn man sich darauf einlässt.

November: Monat des Minimalismus

Es ist das Geheimrezept des heute so populären Minimalismus: Ausmisten und sich von Dingen trennen, die uns belasten. Sich auf das Wesentliche konzentrieren scheint untrennbar mit dem Gedanken verbunden, sich von Altem zu trennen und Ballast abzuwerfen. Es muss immer etwas Altes gehen, damit etwas Neues beginnen kann.

In gewissem Sinne ist der November unser Minimalismus-Monat. Es ist der Monat, in dem unsere Reise in unser Inneres tief und tiefer geht und wir dabei vielleicht auch auf überraschende Dinge stoßen. Im Außen wird alles immer früher dunkel. Es scheint, als ob mit den Sonnenstrahlen und der Wärme auch die gute Laune und die Zuversicht der Menschen im Rückzug ist. Während man bei Sommerbegegnungen lacht und sich draußen gerne im Plausch vergisst, ist die typische Novemberkommunikation kurzsätzig und fast schon schroff. Vielleicht liegt es auch daran, weil wir mit unserem Inneren beschäftigt sind, ob wir es wollen oder nicht.

Blues, Nebel und Lockdown

Novemberblues oder auch Depressionen sind zwei Attribute, die gerne mit diesem Monat in Verbindung gebracht werden, ebenso wie er in manchen Kulturen den Namen Totenmonat trägt. Ja, der November ist der Monat, in dem wir den Toten gedenken und in dem sie uns näher sind als in anderen Monaten. Vielleicht liegt es am Nebel, der sich wie ein Schleier so gerne im November über die Welt legt und uns vielleicht fragen lässt, in welcher Welt wir uns eigentlich grade befinden.

Es ist schon interessant, dass der November auch einen neuen Lockdown bringt. Vor allem die Vergnügungen, das, was unserem Herz Freude bereitet wie Singen, Kunst oder Sport, darf ausgerechnet in diesem Monat nicht sein. Eine riesige Herausforderung, aber auch eine Aufforderung, uns dieser puristischen Zeit zu stellen und in uns zu finden, was wir im Außen suchen. Oftmals sind es Bedürftigkeiten, die sich nun zeigen: Wir wollen geliebt werden und das spüren, möchten Sicherheit für diese Zeit des langen bevorstehenden Winters, der im November am längsten ist. Aber auch alter Zorn und Wut kann nun plötzlich aufgewühlt werden, wenn wir uns im Außen nicht mehr so ablenken können wie im duftend-warmen Sommer oder in einem Land außerhalb des Lockdowns.

Monat des Todes und der Ahnen

Der November steht wie das zugehörige Sonnenzeichen des Skorpions im Zeichen der Tiefe, der Mystik und damit auch immer im Zeichen des Todes. Jetzt sollten wir alles loslassen, was uns belastet, denn wir brauchen unsere ganze Kraft, um durch den Winter zu kommen. Und der Weg durch das Dunkle führt oft zu denen, die ihn schon vor uns gegangen sind. Jeder unserer Ahnen hat Geschenke für uns bereit, ganz oft aber können wir sie nicht erkennen, weil wir in Bewertungen und alten Geschichten gefangen sind. Es ist nun die Zeit, uns von eben diesem zu trennen, von Bewertungen und den Geschichten unserer Vergangenheit. Erst wenn wir das Jetzt mit all unserem Sein spüren, sind wir bereit, anzunehmen, woher wir kommen. Auch wenn es noch so merkwürdige oder abschreckende Geschichten über unsere Ahnen gibt, es ist jetzt Zeit, sie loszulassen, diese Erzählungen und die Ahnen an unseren Tisch einzuladen. Es ist die Zeit, mit ihnen zu feiern, uns mit ihren zu verbinden und ihnen zu danken, für das, was wir grade leben dürfen. Ich habe in meinem Garten einen Ahnenaltar mit den Bildern meiner wichtigsten Ahnen. Das Praktische daran: Ich kann ihn nicht nur auf- sondern auch zuklappen. Doch momentan gehört er aufgeklappt. Und in Momenten der Stille denke ich an meine Vorfahren und vor allem an die schwere Zeit, die sie durchlebt haben. Wir können uns aufregen und bewerten, aber vermögen wir wirklich zu richten über Menschen, die die Grausamkeit eines Krieges erlebt haben? Es ist Zeit zu verzeihen und unseren Ahnen einen Platz bei uns einzuräumen. Aber es ist auch die Zeit, um uns auf unsere Gemeinschaft zu besinnen.

Novemberkräfte

Der November mag uns Nebel und den ersten Frost bringen, er mag unser Totenmonat sein, aber in seiner Vielfalt zaubert er uns große Geschenke, denn er bringt Feste, die nur dieser Monat vermag und mit denen er beweist, in dem vermeintlich Trennenden liegt stets das Gemeinsame. Das Dunkel trägt auch das Licht in sich.

So sind auch unsere Lasten und Sorgen, Ängste und Wutgründe keine Dinge, für die wir uns schämen müssen. Im Gegenteil, es sind Qualitäten, die wir brauchen, um zu transformieren. Nur mit den Scheiten unserer Sorgen und Lasten, können wir das Feuer anheizen, das uns den Winter über wärmt. Transformation ist eine Art Zauberei, die uns die Natur täglich vorführt, wenn hässlicher Kot zu wertvollem Kompost für Blumen wird. Jetzt ist es Zeit, unsere Schwere an Mutter Erde abzugeben, in Winterruhe zu schicken und zu vertrauen, dass daraus im Frühjahr Neues und Schönes erwächst.

Es ist der Monat November, in dem die Kinder Laterne laufen, ein zauberhaftes Ritual, mit dem sie sich des Lichtes in der Dunkelheit besinnen. „Dort oben leuchten die Sterne und unten leuchten wir“. Kann man es schöner sagen? Der November ist zudem der Monat der Barmherzigkeit, die sich im Christentum in Form des Heiligen Martin zeigt, der seinen Mantel geteilt hat, um einem Bettler vor dem Erfrieren zu bewahren. Es ist jetzt so kalt und dunkel da draußen, dass wir es nur gemeinsam schaffen, mit Mitgefühl, Barmherzigkeit und Weichheit. Vor allem aber, indem wir bereit sind, uns ein großes Stück weit von unserem Stolz zu trennen, aus dem Ich-Fokussierten ins Wir-Bewusstsein, aus der Angst ins Vertrauen.

Es sind also Barmherzigkeit und Migefühl, die den November ebenso charakterisieren, wie sie als Qualitäten über den Skorpion-Menschen stehen.

Krafttier Skorpion, hier Aquarell in Regenbogenfarben

Der November ist aber auch der Monat der Phönixkräfte, mit denen wir aus den schlimmsten Katastrophen wieder auferstehen. Mitten im Feuer geboren und aus der Asche der Zerstörung zu einem wunderbaren Wesen erwachsen. Der November fordert uns auf, uns zu fragen: Wo liegen die Phönixkräfte in uns verborgen?

Selbstverständlich ist der November auch der Monat von Halloween oder Samhain, dem Fest, das genau gegenüber des Beltane-Festes liegt und zu den wichtigsten Festen im Hexenjahr gehört. Es ist der November, der nicht nur Allerheiligen bringt, sondern auch den Volkstrauertag und den Totensonntag, aber auch den Buß- und Bettag.

Martinstag, Bräuche, Teilen, hier der rote Mantel wird mit dem Schwert geteilt

Was wir im November tun können

  • Ahnenfotos heraussuchen und uns an die Geschenke und Kräfte erinnern, die uns unsere Ahnen mit in unser Leben gegeben haben, sozusagen als Startkapital.
  • Unser Haus reinigen, räuchern und damit auch alles Alte zur Tür hinaus fegen.
  • Uns unserer satten Vorräte bewusst sein und sie mit anderen teilen, die es vielleicht nicht so gut im Leben getroffen haben. „Wenn du viel hast, baue einen längeren Tisch anstatt einen höheren Zaun.“
  • Alle Rituale, die uns helfen, unser inneres Licht zu bewahren, uns dessen bewusst zu werden, sind jetzt gut.
  • ganz weltlich: Freunde besuchen oder mit wenigstens mit ihnen telefonieren. Uns unseres engsten Kreises um uns bewusst zu sein und tiefe Dankbarkeit dafür zu verspüren und auszudrücken.
  • Uns unserer Phönixkräfte bewusst werden

Die Magie der Zahl 11

Der November ist der elfte unserer Monate, obwohl er die Neun in seinem lateinisch-stämmigen Namen trägt. Von der Symbolik ist die Elf eine sehr interessante Zahl, abgesehen davon, dass elf das englische Wort für Elfe ist, beinhaltet die Elf noch eine Menge mehr magischer Eigenschaften. Sie gilt als Meisterzahl oder auch Engelszahl. Die Elf steht symbolisch für den Neuanfang, hohe Schwingungsebenen, den Aufstieg in eine neue Dimension, das Erwachen und die Intuition. Warum ist das so? Weil mit ihr die neue 10er Reihe eingeläutet wird, sie die erste Zahl in einer neuen Dimension ist. Zudem ist es eine magische Zahl, denn alle Zahlen von eins bis neun, die mit ihr multipliziert werden, stehen als Paar gleicher Zahlen nebeneinander. Also ist es auch eine Zahl der Paarigkeit, der Harmonie, eine Zahl, die erzählt, dass eins und eins nicht nur zwei ergeben, sondern auch harmonisch und schön nebeneinander stehen können. Insofern steht sie auch für die Einheit in dieser Dualität. Sie steht für die Vereinigung von Körper und Seele. Für Innovationen und Kreativität, aber auch die Kraft, über sich selbst hinaus zu wachsen.

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Das bin ich: Schamane und Heiler sind große Worte für Qualitäten, die jeder in sich trägt. Keines davon erscheint mir ein passender Begriff oder gar ein passendes Bild, denn eigentlich ist der Gedanke vermessen, dass man andere heilen kann. Was ich aber kann, ist dir Raum geben für deine Themen, dir passende Fragen stellen und Prozesse in Gang bringen. Das ist, was ich tue, egal, ob ich als Buchautorin, Kräuterfrau oder Tierheilpraktikerin arbeite oder einfach nur mit dir einen Tee trinke. Mehr über mich findet Ihr auf auf meinem Reiseblog www.indigo-blau.de

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