Time to get wild and free, liebe Männer

Lieber Mann, warum musst du dich rechtfertigen, wenn du mit einer wilden, schönen Frau weggehst? Warum traust du dich nicht und kneifst lieber den Schwanz ein, anstatt zu tun, was dir gut tut?

Warum lässt du zu, dass die Frau an deiner Seite dich beschneidet, deine Freiheit beschränkt, so wie es Männer jahrhundertelang mit uns Frauen getan haben? Ja, merkt Ihr es denn nicht? Es greifen dieselben Mechanismen wie damals, nur dass Ihr heute etwas opfert. Es ist ein trostloses Spiel um Macht, Kontrolle und Angst, das ihr spielt. Und meistens nennt Ihr das Liebe und Partnerschaft. Denke nach, lieber Mann. Eigentlich beschneidet deine Frau dir nicht die Freiheit. Du tust es selbst, indem du gehorchst, vorauseilend, brav bist und in rigiden Strukturen verweilst. Wo ist deine Wildheit geblieben? Deine Unbändigkeit? Deine Lebendigkeit? Deine Abenteuerlust?

Lieber Mann – überlege: Welche Frau möchte schon einen braven Mann? Möchtest du Mann eine brave Frau? Oder eine brave Beziehung, in der Gesetze herrschen? In der es um Treue, Eifersucht und Sicherheit geht? Liebe kennt keine Sicherheit, hält sich nicht an Regeln und ist unbändig statt brav.

Liebe ist.

Sie ist da, wenn man es nicht erwartet, vielleicht am wenigsten erwartet und doch immer im richtigen Moment. Manchmal reißt sie Mauern ein und macht Zong, manchmal schleicht sie sich leise durch eine Hintertür und entfacht einen Sturm in deinem Inneren.

Es ist eine wilde Frau, die diese Orkane in dir entfacht. Eine, die frei und bewusst ist. Sie galoppiert in dein Leben und wirbelt alles durcheinander, bevor du überhaupt erkannt hast, was sie tut. Sie steht vor dir in ihrer ganzen Weiblichkeit, einem heilenden Kelch, der dich nährt und einer Quelle, die deinen größten Durst stillt. Sie gibt, ohne zu überlegen, was gestern war oder morgen kommen könnte. Sie ist da und schenkt – sich und ihre Liebe. Eine Frau, die aufrichtig und ehrlich ist, weil sie zu lange vor sich selbst gelogen hat. Diese Frau fordert von dir, deine Masken, Lügen, deine Wehleidigkeit und deine Rüstung abzulegen, die du dir so fest und dick ums Herz gebaut hast. Sie fordert dich auf, hinzugucken und trifft in ihrer Aufrichtigkeit und Schonungslosigkeit deine größten Trigger. Sie löst Erdbeben in dir aus und lässt dich erzittern, wenn du sie lässt.

Das spürst du vom ersten Moment an. Bist fasziniert. Möchtest Heilung und all deine inneren Wunden schließen, wenn die wilde Frau ihre Hände darauf legt. Du spürst diese Liebe und Sehnsucht in dir, dein Aufleuchten und bekommst Angst. Wohlwissend, dass du dich mit ihr nicht im Außen ablenken und dich in deine „Ich-muss-eben-Nochs“ stürzen kannst. Sie erkennt es und fordert dich auf, dich in dich zu versenken und zeigt dir deine Wunden, um sie zu heilen.

Und dann? Läufst du weg. Gehst, ohne Grund, ohne Vorankündigung. Trittst aus dem Kontakt und stichst der wilden Frau damit das Messer direkt ins Herz.

Du flüchtest in die Arme deiner dir Sicherheit vorgaukelnden Mama, die sich in Form deiner (Ehe-)Frau an deiner Seite zeigt. Jetzt stutzt du, lieber Mann. Ja, es ist deine Frau, die die Mutterrolle für dich übernommen hat. Dich versorgt, dich ermahnt und bestraft. Das ist keine erwachsene Beziehung und schon gar kein erwachsener Mann. Sie versorgt dich wie ihren Sohn, macht dir Vorschriften und setzt dich in einen goldenen Käfig wie eine Mutter. Und sie kennt all deine Mechanismen und offenen Flanken bestens, weiß genau, welchen Knopf sie drücken muss, damit du brav bist. Du zahlst diesen Preis, um deine Bedürftigkeit zu stillen.

Wach auf, lieber Mann. Es ist Zeit, auf eigenen Füßen zu stehen. In deiner Wildheit, deiner Abenteuerlust, deiner Freiheit, die so männlich ist. Finde deine Männlichkeit, deine Wildheit und dein Leben. Deine so starke Kraft der Unbeirrbarkeit, des Gespürs, des Agierens und des den ersten Schritt Gehens. Finde deinen Mut wieder, zu dir und deinem Herzen zu stehen.

Stumpfe deine Gefühle nicht mit dieser Süße vorgaukelnden Sicherheit ab, sondern gib ihnen Raum anstatt einen Käfig. Lass sie sprudeln, baue Häuser, schreibe Bücher, male wild oder komponiere mit ihnen, wie es diejenigen vor dir getan haben. Vielleicht verlierst du Sicherheiten und Mutterwärme. Aber du gewinnst.

Auch die Mutterfrau gewinnt, spar dir deine Schuldgefühle. Die mütterliche Frau gewinnt ihre Essenz, ihre Wildheit und ihr Leben, das sie mit dem Konglomerat aus Sicherheit, des geregelten Lebens und eherner Versprechen gedeckelt hat. Lieber Mann, das macht die Mutterfrau an deiner Seite müde. Sie ist müde, denn irgendwann müssen Kinder erwachsen sein, aus dem Haus gehen und die Mutterfrau in ihre Weisheit und Fülle kommen. Wenn sie deine Bedürftigkeit täglich nährt, kannst du zusehen, wie sie immer müder wird.

Lieber Mann, lass nicht zu, dass dein Wunsch nach Sicherheit, dein Besitz, deine „Ich muss noch eben“ und deine Schuldgefühle dich im Gefängnis halten, das dich versteinern lässt. Zu viele von denen, die dir vorausgegangen sind, blieben in diesen Gefängnissen stecken. Schau in ihre Gesichter und du wirst sehen, wie Jugend und Wildheit der Versteinerung und Bitterkeit gewichten sind. Wie Farben ergrauten und Gesundheit erkrankte. Wie auf der anderen Seite aus bildschönen Frauen keifende Kontrollfreaks geworden sind.

Die Männer vor dir sind bei ihren Mutterfrauen geblieben, aus Schuldgefühl, wegen der Konventionen, schlechtem Gewissen und aus Angst vor dem Neuen, auf das man sich nicht verlassen kann. Aber lieber Mann, kann man sich im Leben auf etwas verlassen? Leben ist ein Kreislauf aus Wachstum, Erblühen, Reife, Sterben und Altes gehen lassen und dann wieder erneutem Erblühen. Leben lebt anstatt Sicherheit zu fordern. Tritt endlich ein in diesen Kreislauf, als immer nur Sommer zu wollen, spüre den Winter mit seinem Frost und Sterben, erst dann bis du bereit, auch den Frühling zu erleben.

Und lieber Mann, es ist keine Folge der Emanzipation. Freie, starke Frauen sind wichtig. Aber sie brauchen freie, starke Männer an ihrer Seite. Es ist Zeit, dass Ihr euch anschließt an das Wachstum der Frauen, anstatt zu gehorchen. Seid keine kleinen Jungs mehr, die unterdrückt werden, wie es die Männer Jahrhunderte lang mit uns Frauen getan haben. Unterdrückte, brave, bedürftige Männer sind nicht sexy. Aber, dieses ist auch kein Freifahrtschein, um beliebig Frauen zu konsumieren, nur weil du Lust darauf hast. Es geht um die Liebe, die dich im Herzen erreicht, nicht um die Lust zwischen deinen Beinen.

Tja, lieber Mann. Und nun? Öffne dich. Fühle. Finde die wilde Frau in deinem Leben, die all das weckt und heilt. Zeige dich ihr, in deinen Zweifeln, deinem Schmerz. Bleibe aufrichtig, laufe nicht weg. Nicht vor ihr, denn das ist nur ein Weglaufen vor dir selbst. Verlasse das Gefängnis deiner Bravheit.

Geh zu ihr und lerne zu sprechen. Über dein Inneres. Genau da, wo der große Kloß im Hals dich am Sprechen hindert. Zu lange hast du dir selbst die Kehle zugeschnürrt. Sprich und lass es fließen, werde dir beim Sprechen selbst über deine inneren Vorgänge klar. Und spüre, wie sehr es dich belastet, dich selbst einzumauern. Brich das Schweigen und die Ablehnung deiner selbst. Ein Schweigen, das dir vielleicht helfen mag, bei deiner Mutterfrau zu bleiben. Aber perfide arbeitet es sich tief ins Innere vor und vergiftet dich. Lass nicht zu, dass es dir erst Krankheiten schicken muss, um dich zu bitten, einen anderen Weg zu wählen.

Lass dich berühren. Gegen Grenzen und Konventionen – und gegen dein Sicherheitsbestreben, dass es doch ein gemeinsames Morgen geben mag. Vielleicht gibt es das nicht, denn denke dran: Die wilde Frau wird nicht die Mutterrolle für dich spielen. Lass Heilung zu, ganz tief in dir. Öffne dich. Öffne dein Herz.

Wildheit ist das Unbändige, Verbundene, dem Moment Nachgebende. Zahm sind schon zu viele Menschen auf dieser Welt, die sich unterordnen. Sei der erste in deinem Kreis, der diesen Weg geht und mache denen Mut, die nachfolgen. Und denke daran, dass es vor allem die Söhne dieser Erde sind, denen du zeigen solltest, was Männlichkeit wirklich ausmacht.

 

 

 

Kategorie Schamanismus, Spirituelle Lyrik

Vielleicht bin ich Schamanin. Auf jeden Fall aber bin ich Buchautorin, Heilerin, Tierheilpraktikerin, Fühlende und Naturverbundene. Ich bin dort, wo mein Ruf mich hinträgt und arbeite am liebsten mit dem Herz und den Kräften der Natur. Mehr darüber findet Ihr auf www.schamanen-garten.de und auf meinem blog www.indigo-blau.de

21 Kommentare

  1. Liebe Andrea,
    erst heute, 5.1.2020, lese ich deinen Text und sende DIR einen RIESEN-DANK dafür: jedes einzelne Wort , alles einfach ,nur wahrhaftig!
    Mein perfektes Seelen-Liebe-Gegenstück habe ich vor kurzem da stehenlassen, wo der kleine Junge sich weigert, Mutters Rockzipfel loszulassen und erwachsen zu werden.
    Die freie, starke, wilde Frau, die ich bin wird den starken, freien, wilden Mann an ihrer Seite haben, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Ich freu mich drauf!
    Herzlichst
    YYananda

  2. Hey Andrea,

    ja, das ist schon ein Text, der das Potential hat für Provokation (ja, ein ebenfalls mißverstandenes Wort).
    Ein paar Gedanken von einem, der ebenfalls vom schamanischen Weg nicht runterkommt.
    Wildnis – das ist zunächst mal ein gnadenloser Ort.
    Jede Entscheidung hat Konsequenzen und darüber sollten sich alle klar sein, die auf einmal frei und wild leben wollen.
    Freiheit muß mitunter hart erarbeitet werden und wild zu leben kann anderen schwere Wunden zufügen.
    Dieser Weg hatte für mich sehr wenig Romantisches und fügte genug eigene Wunden zu, die einem das verklärte Lächeln schonmal aus dem Gesicht treiben.
    Auf der anderen Seite habe ich so einige kennengelernt, die frei und wild leben – auf Kosten ihrer Partner*innen, Familie, Freunden.
    Hier und da auch auf Kosten von uns allen, die wir ihnen dies als Allgemeinheit ermöglichen.

    Wohin ich eigentlich möchte: Ein Leben – wild und frei – ist nur ehrlich wenn ICH SELBST es lebe.
    Wenn ich Verantwortung übernehme dafür.
    Wenn ich bereit bin, die Konsequenzen meiner Entscheidungen selbst zu tragen.
    Alleine, ohne andere damit zu belasten oder mit in die Tiefe zu reißen.
    Dies gilt für Mann und Frau gleichermaßen.
    Anderenorts auf diesen Seiten las ich, daß meine Freiheit dort endet, wo ich die Freiheiten anderer beschränke.
    Da binich ganz bei Dir.
    Ich erlebe es oft anders.
    Ausreden finden sich so schnell. . .

    Ah ja – Beschränkung der Freiheiten: Ich darf es mir als freiem und wilden Mann auch herausnehmen, meiner freien und wilden Ehefrau die Sterne vom Himmel herunterzuholen. . . .oder zumindest früher aufzustehen, um sie mit einer Tasse Kaffee am Bett zu wecken.
    Die Freiheit nehme ich mir !
    Und fühle mich damit absolut frei !

    Grüße vom Leopard

    • Lieber Martin,

      die Hauptsache ist ja tatsächlich, dass Du Dich gut bei allem oder dem meisten oder vielem fühlst, was Du tust und nicht tust. Wunderbar, wenn man sich in einer Ehe trotzdem wild und frei fühlt!

      Beim Thema Verantwortung stimme ich Dir ebenfalls zu.

      Beim Satz „auf Kosten der Allgemeinheit“ habe ich ein merkwürdiges Gefühl im Bauch.., also ob es im obigen Text um „Sozialschmarotzer“ ginge. Ich glaube, trotzdem zu wissen, wohin Du damit willst. Ich kenne auch solche Beispiele und denke dann immer: „X oder Y verlässt sich ja in puncto A oder B ganz schön auf mich und andere.“ Oft stört mich daran nicht, dass derjenige sich auf mich verlässt, sondern dass ihm dieses Sich-auf-jemand-anderen-verlassen durch sorgloses Tun nicht bewusst ist. Denn „Arbeitsteilung“ bei den Menschen ist ja irgendwie nichts Schlechtes. Oft gleicht sich ja vieles von allein aus (oft nicht mit dem selben Menschen, dafür schenkt vielleicht jemand anderes etwas – einfach so).

      Wichtig beim „wild und frei“ – Leben finde ich, auf die Wahrheit seines Herzens zu hören. Danach kann man sich ja immer noch für diesen oder jenen Weg entscheiden. Aber eben bewusst. Die eigene Wahrheit ist man vielleicht auch anderen schuldig, selbst wenn ihnen diese weh tut. Mir haben auch viele Erfahrungen weh getan, tun mir weh und werden mir weh tun, trotzdem sind sie wichtig. Sie haben mir persönliches und spirituelles Wachstum ermöglicht.

      Wer bin ich nun, für andere zu bestimmen, was für sie eventuell Wachstum bedeuten würde? Jedes Handeln hat einen Gegenpol, jedes handeln bedeutet ja im weltlichen Sinne „Schuld“. Das bedeutet trotzdem nicht fahrlässig zu sein, sondern nur, z.B. die anderen nicht mit einem falschen Bild meiner Selbst zu betrügen, um sie zu schonen. Ich möchte lernen und ich möchte anderen nicht aus falsch verstandener Rücksicht ihre Lernprozesse verunmöglichen oder diese (ungewollt) verhindern.

      Schmerz gehört unweigerlich zum Leben dazu. Entschuldige, dass klingt wie eine Plattitüde, aber ich vergegenwärtige mir das auch täglich. Es bedeutet nicht, Schmerz aus einer masochistischen Ader heraus, aktiv zu suchen, sondern ihm nur nicht auszuweichen und eventuell sogar, Edelsteine in dieser Dunkelheit zu finden.

      Alles Gute!
      Azra

      • Liebe Azra,
        danke für deine Worte! Was für ein wunderbarer Kommentar. Vieles sehe ich auch so und hätte es nicht besser ausdrücken können. Vielfach maßen wir uns Dinge an, die wir gar nicht bestimmen können und sollten. Und ja, es geht immer um die Wahrheit des Herzens.
        Liebe Grüße
        Andrea

      • Liebe Azra,

        für einander in einer Ehe Verantwortung zu übernehmen und trotzdem frei zu sein ist eine Kunst, die im Grunde auch täglich erarbeitet werden will.
        Aber es lohnt sich.
        Man muß halt wissen, welche Freiheiten man nicht aufgeben DARF – und welche Beschränkungen nur eingebildet sind.
        Immerhin – auch das freie Tier in der Wildnis hat keine unbegrenzten Freiheiten.
        Oder anders – meine Freiheit, nachts im Wald bei Vollmond endete genau an dem Punkt, an dem eine Wildschweinrotte – mit Bachen, die Frischlinge führten – was dagegen hatte 😉

        Daß mein Satz mit einem Leben auf Kosten der Allgemeinheit in die von Dir anfangs formulierte Richtung führen würde, war mir klar.
        Andererseits – kenne ich tatsächlich mehrere, die es „sich herausnehmen, nur ihre Freiheiten zu leben“, und das nur deshalb können, weil unser Sozialsystem ihnen das ermöglicht.
        Also wir alle.
        In der Wildnis (sorry, mein schamanischer Weg bezieht sich sehr intensiv auf die reale Wildnis und das Überleben in selbiger) – könnte es diese Art „Freiheit“ nicht geben – oder nicht sehr lange.

        Was Du über den Schmerz geschrieben hast, darin kann ich Dir absolut folgen.

        Alles Gute auch Dir,

        der Leopard Martin

        • Lieber Martin,

          vielen Dank für die schöne Antwort.Bei fast allem denke ich: Ja, sehe ich genauso. Auch in puncto Wildnis bin ich ganz bei Dir. Heiligabend galoppierten in der Dämmerungen 9 Tier dicht an mir vorbei, wie schnell schlug da mein Herz…Mir scheint, die Formulierung „wild und frei“ ist zu einem oft abgeschmackten Klischee geworden, unter dem jeder sich etwas anderes versteht und mit der unmittelbaren Erfahrung von Kälte, Hunger, Angst und Schmerz, den man kaum aushält, relativiert sich plötzlich vieles ganz schnell. Die Arbeit in der Partnerschaft lohnt sich auf jeden Fall, täglich.
          Jeder schreibt ja auch aus seinen eigenen Erfahrungen heraus, die natürlich begrenzt sind. Jeder trägt insofern einen Teil zum Ganzen bei, kein: „Ja, aber ich habe recht“, sondern ein „Was ich ergänzend hinzuzufügen hätte…“. Meine Erfahrungen mit der Wahrheit bezogen sich auf familiäre Erfahrungen, in der eine Generation die andere (ältere) meint schonen zu müssen, weil die das ja gar nicht mehr ertragen, da schon so alt und klapprig.Ehrenwert und bestimmt oft richtig, aber mir gingen da zwei Sachen durch den Kopf: Möchte ich im Alter auch so behandelt werden und waren zu früheren Zeiten (oder bei den Indigenen) nicht die Ältesten in einem Rat und gaben Ratschläge und bestimmten das Geschick? Aber das führt vom Ursprungstext oben zu weit weg…
          Danke für den anregenden Austausch hier und besonders Andrea für den Anstoß dazu!

          • Liebe Azra,

            danke für Deine Gedanken – über die ich nun auch länger nachgedacht habe.
            Und auch Dir, liebe Andrea, danke für den Mut, diesen Austausch hier angestoßen zu haben.

            Ich hatte einiges noch geschrieben eben – aber es führt wirklich zu weit weg vom Thema drum habe ich es gelöscht.

            Wo könnte man sich weiter austauschen ?
            Diesbezügliche Foren konnten mich bislang nicht wirklich überzeugen.

            Viele Grüße vom Leopard, Martin

    • Lieber Martin,
      ja, dass dieser Text proviziert, war mir klar, aber nicht, wie sehr er polarisiert und auch nicht, wie sehr man meine Intentionen anders verstehen könnte. Nicht du hast das getan, aber einige andere. Das ist schon interessant. So wie du kann man es auch sehen, natürlich. Freiheit endet da, wo ich die Freiheiten anderer beschränke, ja, das stimmt. Aber die Grenzen sind sehr fließend.
      Absolut zustimmnen kann ich nur, dass Freiheit nur dann kommt, wenn ich sie selbst lebe, mit allen Konsequenzen eben und möglicherweise auch mit dem Verzicht auf die vermeintliche Sicherheit. Und wenn du genau gelesen hast, dann geht es nicht darum, verbrannte Erde zu hinterlassen und seinem Konsum zu fröhnen, nur weil man etwas haben möchte. Darum geht es bei diesem Text nicht. Sondern darum, sich selbst zu verleugnen, wenn die Gefühle eine andere Sprache sprechen und sich hinter Sicherheiten zu verstecken.
      Männer, die Frauen verwöhnen, sind ganz wunderbar. Männer, die bei Frauen bleiben, weil sie Angst vorm Alleinsein, vor dem Neuen, vor dem Nicht-Verlässlichen haben, allerdings machen mich traurig.
      Liebe Grüße und danke für deine Gedanken

      • Liebe Andrea,

        ich habe Dich (in Deinem Text) schon richtig verstanden.
        Dir geht es nicht um die verbrannte Erde, aber natürlich kann man Deinen Text auch trefflich als Ausrede nutzen genau DAS zu tun !
        Nur das Ego streicheln.
        Nichts Authentisches.
        Wie ich schrieb – es ist so leicht, Ausreden zu finden !

        Allerdings ist auch mir der Mann, der bei einere anderen Frau im Grunde nur die mütterliche Sicherheit sucht ein Graus.

        Aber der Frau, mit der ich freiwillig mein Leben verbunden habe, im Ernstfall jeden Halt anzubieten den ich geben kann – selbst wenn es bedeutet, ne Weile nicht die Savanne zu durchstreifen, sondern Nahrung =Energie zu teilen, tja, die Freiheit das zu tun nehme ich mir auch heraus 😉
        Und wo es wirklich meine Grenzen erreicht, an diesem Punkt muß ich den Mut haben, es klar auszusprechen.

        Danke, daß Dein Text mich dazu bringt, das wieder einmal ganz bewußt wahrzunehmen und zu betrachten.

        Liebe Grüße,

        Martin, der Leopard

        PS.: Bezugnehmend auf einen anderen Kommentar – die große gefleckte Katze ist vor mehr als drei Jahrzehnten erwacht und losgelaufen. . . . 😉 )

  3. hallo Andrea,
    wie ich auf deine Seite gelangt bin – kann ich nicht mehr nachvollziehen. Aber als spirituelle Frau sollte ich sie wohl auch finden 😉
    Deine Worte, Beschreibungen „Time to get free …“ … da steckt ganz viel Wahrheit drin. Leider erlebe ich es grade bei einer sehr guten Freundin sowie dieses „künstliche Koma“ (danke für die treffende Beschreibung Frank).
    Bei Frauen selbst in der heutigen Zeit noch häufig aus finanzieller Abhängigkeit – meinen sie! Doch ein vermeintliches Luxusleben ist nichts gegenüber Freiheit und eigene Wünsche!

    • Liebe Insa,
      die Wege des Internets sind manchmal unergründlich 🙂 Danke für deine Worte. Oftmals sind Luxus und Lebenssicherheiten viel zu einlullend, als dass man dem Ruf der Freiheit folgen möchte, so sehe ich das jedenfalls bei vielen. Aber Freiheit und Wildsein ist schon sehr schön.
      Liebe Grüße und willkommen in meinem virtuellen Zuhause.
      Andrea

  4. Frank Gülden

    Liebe Andrea,

    für jetzt ist Dein Beitrag über Männer einfach nur wahr. Sollte sich das bei mir ändern, ist es immer noch Dein Beitrag, der für Dich wahr ist.

    Ich kenne mich mittlerweile ein wenig mit meinen Lebenslügen aus, denke ich. Und deshalb diese These:

    Unser Zivilisationsproblem besteht für mich unter anderem darin, daß wir auf viele Arten das künstliche Koma erfunden haben… Wir leben nur allzugerne das künstliche Koma, wo es keinen Tod, kein Leben, aber immerhin auch kein Sterben gibt (wenigstens nicht so schnell). Wow! Das ist doch einmal was!

  5. Liebe Andrea,
    herzlichen Dank für den wunderbaren Text, der meine Erfahrungen exakt wiedergibt! 24 Jahre des „Wartens“ auf einen dieser Männer, die du so treffend beschreibst, haben aus mir erst die wilde, freie Frau gemacht, die ich heute bin… Ich warte auch nicht mehr, sondern habe mein männliches, freies und wildes „Gegenstück“ woanders gefunden. Dennoch war dieser Mann, der mir anfangs nur meine eigene Bedürftigkeit gespiegelt hat, der beste spirituelle Lehrer, den ich je hatte (was umgekehrt genauso gilt). Doch irgendwann muss frau sogar ihren Buddha verlassen, um ihre eigene Meisterin zu werden :-).
    Ich denke, diese Männer können erst was verändern, wenn die Frauen vorangehen, mit der Warterei aufhören und einfach LEBEN.

    • Oh, liebe Sabine, das freut mich sehr! Du glaubst gar nicht, wieviele konträre Rückmeldungen ich zu diesem Text bekommen habe. Ich habe ja schon selbst angefangen zu zweifeln, habe aber gedacht: Nein, das ist für mich stimmig und es ist mein Blog, wer es nicht mag, soll eben wegbleiben. Deswegen: Danke für deine Worte. Sie sind so wahr und treffen das, was ich fühle und erlebe, zu 100 Prozent. Liebe Grüße an den Chiemsee

  6. Hallo Andrea,

    vielen Dank für die Mühen die du in diese Seite steckst um sie zu teilen.
    Welche Intention steckt hinter diesem Text?
    Das ist die mich beherrschende Frage, seit ich deine Seite entdeckt habe.

    Herzliche Grüße aus Kreta

    • Lieber Andreas, wie schön, Kreta! Danke für deinen Kommentar und die Worte. Tja, zu deiner Frage: Was vermutest du denn? Ich meine, wie mutet er denn an für dich?
      Liebe Grüße
      Andrea

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