Heilkraut Waldmeister: Beruhigender Maibote

Jetzt blüht grünt er in den Buchenwäldern – der Mai ist Waldmeister-Zeit. Zu Pfingsten wurden früher auch Waldmeister-Feste gefeiert. Das Heilkraut Waldmeister zeichnet sich schon von außen durch seine sternenförmig ausgerichteten acht Blätter aus. Acht als Zahl steht für Unendlichkeit, Kraft, Gleichgewicht sowie das Paradies, die unendliche Kraft des Weltalls. Einst gab man kränkelnden Weidetieren wie etwa Kühen das Kraut ins Futter, um ihren Appetit zu fördern. Und die getrockneten Pflanzen im Haus sollten Herzlichkeit und Glück anziehen und Griesgrämigkeit in die Flucht treiben. Hebammen legten die Blätter früher Wöchnerinnen ins Bett, um Mutter und Baby zu stärken.

Waldmeister, Heilwirkung

Leider ist er als Heilkraut etwas in Verruf gekommen aufgrund seines Cumarin-Gehaltes, der Kopfschmerzen verursachen kann. Es wirkt stimmungsaufhellend, wenn man es in geringer Dosierung zu sich nimmt, aber zuviel schlägt eben auf den Kopf. Ähnlich wie Alkohol übrigens: Ein wenig macht lustig, zu viel einen Brummschädel. Deswegen gilt grundsätzlich bei der Anwendung: Weniger ist mehr.Auch das Aroma soll übrigens mehr herauskommen, wenn man wenige Stengel nimmt. Natürlich nicht zu wenig…

Galium Odoratum, wie er korrekt auf Latein heißt, werden viele positive Heilwirkungen zugesprochen: Er soll herzstärkend sein, blutreinigend, die Leber stärken, beruhigen, Schweiß treiben, keimtötend, bei Kopfschmerzen und Menstruationsproblemen Linderung bringen. Zerquetscht kann man ihn auch auf Wunden geben, ähnlich wie ein Spitzwegerich-Pflaster. Er soll viele altersbedingte Leiden mindern. Setzt man ihn mit Wein an, soll das seine Wirkung verstärken.

Wenn ich ihn verwende, dann pflücke ich nur wenige Stengel und lasse sie einige Stunden anwelken. So kommt das Aroma besser heraus. Dann hänge ich sie in eine Bowle.

Aber am allerliebsten mag ich ihn riechen. Das ist ideal übrigens für Schlafkissen: Da kann man nichts überdosieren, lässt einfach das Kraut büschelweise trocknen und bastelt sich ein kleines Kräuterkissen oder Säckchen. Und der herrliche Duft ist konserviert bis zum nächsten Frühling.

Rezept: Waldmeister-Limonade

6-10 Stengel Waldmeister

1 Bio-Zitrone

einige Stengel Gundermann

1 Liter Apfelsaft

Sprudelwasser

Den Waldmeister antrocknen lassen (mindestens zwei Stunden). Gundermann und Waldmeister in ein Gefäß geben, Apfelsaft drübergießen und mindestens 2 Stunden ziehen lassen. Zehn Minuten vor dem Servieren die in Scheiben geschnittene Zitrone hinzufügen und nochmal ziehen lassen. Anschließend nach Geschmack mit Sprudelwasser aufgießen.

Waldmeister, Heilwirkung

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Kategorie Kräuter

Das bin ich: Schamane und Heiler sind große Worte für Qualitäten, die jeder in sich trägt. Keines davon erscheint mir ein passender Begriff oder gar ein passendes Bild, denn eigentlich ist der Gedanke vermessen, dass man andere heilen kann. Was ich aber kann, ist dir Raum geben für deine Themen, dir passende Fragen stellen und Prozesse in Gang bringen. Das ist, was ich tue, egal, ob ich als Buchautorin, Kräuterfrau oder Tierheilpraktikerin arbeite oder einfach nur mit dir einen Tee trinke. Mehr über mich findet Ihr auf auf meinem Reiseblog www.indigo-blau.de

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[…] Wer hat, mischt einen Sirup unter die Limonade, das macht alles süßer. Mehr zum Thema Waldmeister findet Ihr übrigens auf meinem anderen Blog, hier steht auch, warum es besser ist, weniger Stängel […]

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[…] Waldmeister: Wohliger Maienduft […]

Christiane
8 Jahre zuvor

Waldmeister-Limonade hört sich super an. Ich glaube das versuche ich mal! Mal schauen, wo ich hier Waldmeister finden kann.