Beltane/Walpurgis: Rituale für die Nacht der Nächte

Beltane, Hexennacht, Walpurgisnacht, Rituale, Schamane, im Bild: Wermut im Frühjahr
Beltane

Das hat nicht nur Goethe fasziniert – in der Nacht zum 1. Mai ist Hexennacht. Es ist eine der magischten Nächte überhaupt, die wir ja irgendwie auch noch immer feiern, wenn wir in den Mai tanzen. Zwar nicht mehr am Feuer und mit dem Hexenbesen in der Hand, aber ausgelassen geht es da schon zu und Lebensfreude und Aufbruchstimmung liegen noch immer in der Luft. Doch zurück zu den Ursprüngen des Festes. Beltane (auch als Walpurgisnacht bekannt), ist das Hochfest des Frühlings, jetzt steht alles in voller Blüte, jetzt ist der Frühling da und die Kraft schießt in Bäume, Blätter, kleine Sämlinge und auch wir Menschen spüren diese Aufbruchstimmung. Beltane wurde immer gefeiert, wenn der Weißdorn in voller Blüte stand. Dann feiern wir den Sieg der Sonne über die Finsternis, die Wärme, das Licht, die Fruchtbarkeit und Vereinigung mit dem Leben. Einst haben in dieser Nacht Hexen und Heiler ihre Nachkommen gezeugt, auch im Buch „Die Nebel von Avalon“ wird die heilige Hochzeit des Männlichen und Weiblichen beschrieben, wie sich die Götter vermählt haben in dieser Nacht, es war der Zeitpunkt, wo Himmel und Erde zusammentreffen. Es war die Zeit, in der der neue Hirschkönig erkoren wurde, er musste sich in dieser Nacht beweisen und mit bloßen Händen den stärksten Hirsch im Revier erlegen. Anschließend vereinigte er sich mit den Hohepriesterinnen. Kinder, die in dieser Nacht gezeugt oder geboren wurden, galten von jeher als Wesen mit besonderen Gaben und großem inneren Licht.

Beltane: Feuer und Tanz

Zu Beltane werden Feuer entzündet, als Zeichen für das Leben, aber auch die Liebe und Leidenschaft. Es ist Zeit, Altes im Feuer aufgehen zu lassen und Neues herbeizurufen. Man sprang über das Feuer, wünschte sich etwas und erlangte somit Gesundheit und Glück. Wer mit seiner Liebsten nun gemeinsam über das Feuer sprang, der galt als verlobt. Natürlich wurde um das Feuer getanzt, Tanz ist die uralte Form der Lebensfreude und wird heute viel zu wenig benutzt, um sich selbst auszudrücken. Einmal ohne Worte, einfach nur mit dem eigenen Körper.

In das Feuer übrigens sollten die neun heiligen Hölzer kommen: Hasel, Erle, Birke, Eberesche, Eiche, Ulme, Wacholder, Eibe, Lärche.

Maibaum

Noch heute haben sich viele Bräuche von damals erhalten, dazu gehören das Aufstellen des Maibaums. Was in unserern Tagen eher steif zugeht, war früher ein äußerst sinnliches Fest. Der Maibaum versinnbildlichte den männlichen Phallus, der in die Erde gestoßen wurde – ein Ritual für die Vereinigung des Männlichen mit dem Weiblichen. Der mit frischen Kräuter- und Blütenkränzen geschmückte Baum wurde mit Fruchtbarkeitssymbolen wie Eiern behängt und früher hatten die Menschen bunte Bänder in der Hand, die am Baum befestigt waren. Mit den Bändern in der Hand tanzten sie um den Baum und symbolisierten damit die Verwobenheit mit allem.

Beltane-Altar

Auf den Altar zu Beltane gehören auf jeden Fall Weißdornblüten, aber auch Symbole für Fruchtbarkeit. Linsen, Samen aller Art können aber auch nicht schaden, ebenso wie Eier und die Farben Grün, Gelb und Rot. Aber auch Blau für das Wasser.

Gundermann_Kranz_beltane_RitualHaarkränze

In dieser Nacht trugen Hexen Gundermannkränze im Haar zur Feier des Tages. Die lila Blüten stehen für Spiritualität, das Kraut soll böse Energien fernhalten und die eigenen stärken.

Rituale

In dieser Nacht sind vor allem Rituale passend, in der wir den Neubeginn feiern. Aber ebenso die leidenschaftliche Liebe oder auch andere Facetten der Liebe. Die Liebeskraft in dieser Nacht ist sehr stark und es lohnt sich, beim Feuer mal über das eigene Feuer im eigenen Herzen zu meditieren.

Weitere Informationen zu den Energien im Mai findet Ihr hier.

PS: Ich nenne das Fest Beltane, weil Walpurgisnacht aus der Christianisierung kommt. Walpurga war einst die Göttin des Festes, sie wurde dann aber von den Christen instrumentalisiert und heilig gesprochen. Beltane, was übersetzt soviel wie leuchtende Sonne/ leuchtendes Feuer heißt, finde ich viel schöner.

 

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    • Andrea_Lammert
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